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Kommunikation und Selbstkenntnis
DISG oder Enneagramm: welches Instrument für welches Team?
Eine Geschäftsleitung beschliesst, in Selbstkenntnis zu investieren. Ein Mitglied hat DISG bei einem früheren Arbeitgeber kennengelernt und empfiehlt es. Ein anderes hat einen Kurs zum Enneagramm besucht und fand es «viel tiefgründiger». Die Diskussion dreht sich um persönliche Vorlieben, und am Ende setzt sich durch, wer zuletzt gesprochen hat.
Dabei lassen sich die beiden Instrumente leicht unterscheiden, wenn man weiss, was jedes misst.
Was DISG beschreibt
DISG befasst sich mit dem Verhalten. Es beschreibt, wie eine Person im Arbeitskontext handelt und kommuniziert: ihr Entscheidungstempo, ihr Verhältnis zum Detail, ihr Bedürfnis nach Beziehung, bevor es zur Sache geht, ihre Reaktion auf Druck. Diese Präferenzen lassen sich in vier grosse Tendenzen gruppieren.
Sein Hauptvorteil ist die Beobachtbarkeit. Man kann die Präferenzen einer Kollegin in der Sitzung erkennen und die Art anpassen, wie man ihr eine Idee präsentiert. Deshalb ist DISG schnell gelernt und schon am nächsten Tag anwendbar, wie in unserer Weiterbildung DISG: das Gegenüber lesen und sich anpassen.
Was das Enneagramm beschreibt
Das Enneagramm befasst sich mit der Motivation. Es beschreibt neun Profile, jedes um ein Grundbedürfnis und eine Angst herum organisiert, die erklären, warum eine Person so handelt, wie sie handelt.
Zwei Mitarbeitende können genau dasselbe Verhalten zeigen — entschlossen, ungeduldig mit Details — aus entgegengesetzten Gründen: Der eine will Erfolg haben, die andere will nicht kontrolliert werden. In der Sitzung wirken sie gleich und reagieren doch ganz unterschiedlich auf Führung. Das macht das Enneagramm sichtbar, und das zeigt DISG nicht.
Nach dem Problem wählen
Die richtige Frage lautet nicht «Welches ist das beste Instrument?», sondern «Welches Problem hat das Team?».
Wenn das Problem Reibung ist — mühsame Sitzungen, wiederholte Missverständnisse, Kolleginnen und Kollegen, die «sich nicht verstehen» —, beginnen Sie mit DISG. Die meisten Reibungen beruhen auf unterschiedlichen Kommunikationsstilen.
Wenn das Problem tiefer liegt — anhaltende Spannungen trotz guter Absichten, unerklärliche Demotivation, wiederkehrende Konflikte —, bringt das Enneagramm eine Klarheit, die das Verhalten allein nicht liefert. Es braucht mehr Zeit und Vertrauen, wie in Sich besser kennen, um besser zu kommunizieren und sich zu behaupten.
Der Fehler, den es zu vermeiden gilt
Das Hauptrisiko ist nicht die Wahl des falschen Instruments. Es ist, ein Profil zum Etikett zu machen: «Klar, er ist rot», «Sie ist Typ 6, sie zweifelt an allem». Dann dient das Instrument nicht mehr dem Verstehen, sondern dem Entschuldigen oder Einsperren.
Ein Profil ist der Ausgangspunkt eines Gesprächs, nie ein Schluss. Das ist der rote Faden von Sich besser kennen, um besser zu kommunizieren und sich zu behaupten, wo an den realen Situationen des Teams gearbeitet wird statt an den Typologien selbst.
Häufige Fragen
Kann man beide Instrumente mit demselben Team nutzen?
Ja, und das ist oft sinnvoll, sofern man sie in dieser Reihenfolge einführt. DISG liefert zuerst ein gemeinsames Vokabular zur Kommunikation, das schnell anwendbar ist. Das Enneagramm folgt, wenn das Team Vertrauen gewonnen hat und verstehen will, was hinter den Verhaltensweisen steckt. Beide gleichzeitig einzuführen, stiftet vor allem Verwirrung.
Eignen sich diese Instrumente für die Rekrutierung?
Nein. Weder DISG noch das Enneagramm messen eine Kompetenz oder die Eignung für eine Stelle, und sie zur Auswahl von Kandidierenden zu nutzen, ist eine Zweckentfremdung. Sie dienen dazu, sich besser zu verstehen und besser zusammenzuarbeiten, in einem Rahmen, in dem alle freiwillig teilnehmen und selbst bestimmen, was sie teilen.
Wie viel Zeit braucht man, um sie im Team zu nutzen?
Ein Tag reicht, damit DISG zu einer gemeinsamen, im Alltag nutzbaren Sprache wird. Das Enneagramm verlangt mehr: Ein erster Tag erlaubt, die neun Profile kennenzulernen und das eigene zu erkennen, sein Nutzen zeigt sich aber vor allem, wenn es über längere Zeit aufgegriffen wird, etwa im Rahmen einer Teambegleitung.
Weiterbildung zu diesem Thema

Kommunikation und Selbstkenntnis
Sich besser kennen, um besser zu kommunizieren und sich zu behaupten
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